Neues aus dem Bayerischen Eisenbahnmuseum

Neues aus den Bereichen Museumsgeschehen, Fahrten und Veranstaltungen.

HU der 64 520 geht in die finale Runde

 Das weitgehend "ganze" Fahrwerk, an dem schon in Nördlingen längere Zeit gearbeitet wurde, befindet sich derzeit im DLW in Meiningen. Dort wurde vor Jahren bereits mit der Neubereifung der Radsätze begonnen. Bei einem der großen Radsterne wurden zahlreiche Risse gefunden, was zum Neuguß eines Radsterns führte (ein weiteres Jahr war "verbraten").

Der Kessel befand sich zu dieser Zeit bereits in Bruchsal zur Instandsetzung. Bei den Voruntersuchungen des Kessels - noch in Nördlingen - hatte sich die grundsätzliche Wiederverwendbarkeit des alten Kessels abgezeichnet. Natürlich hatten wir uns Gedanken gemacht, ob es nicht sinnvoller sei, gleich einen neuen Nachbaukessel zu fertigen (insbesondere nach den Erfahrungen anderer 24/64/86-Betreiber), wie es z.B. eine Staatsbahn früher gemacht hätte. In Museen sollten wir uns aber immer überlegen, ob Erneuerung sprich Neubau immer der richtige Weg ist, selbst wenn betriebswirtschaftliche Erkenntnisse dagegen sprächen. Schließlich ist es unsere Aufgabe, Dinge (sprich hier Fahrzeuge) zu erhalten und nicht zu opfern. Daher hatten wir uns nach Faktenlage entschieden, den vorhandenen, genieteten Kessel zu erhalten und instand zu setzen.

Wie oft kam es anders als gedacht. Nachdem diverse Flicken bereits eingesetzt waren, stellten sich an mehreren Stellen im alten, zuvor noch als brauchbar eingestuften Kesselbaustoff unzulässige Prüfwerte ein, die zu zahlreichen Nacharbeiten führen mußten. Dies alles bedeutete einen Zeitverlust von über drei Jahren. Gegenwärtig gehen wir davon aus, daß zum Beginn des Jahres 2021 alle Reparaturen in Bruchsal erfolgreich beendet werden können und die gesamte Instandhaltungsdokumentation geprüft vorliegt. Dann wird der Kessel nach Meiningen geschickt und wieder mit seinem Rohrsatz versehen.
Erst dann wird auch das Fahrwerk wieder in Angriff genommen und eingetaktet. Bekanntlich ist es von Vorteil, wenn der Kessel schon auf das Fahrwerk montiert ist, weil damit über die Kesselröhre eine bessere Steifigkeit des Fahrwerks insgesamt erreicht wird, was für die Maßhaltigkeit des Rahmens, der Radsatzlagermitten, der Zylinderlängsachsen und Hub- und Winkel der Treibachse von nicht unerheblicher Bedeutung ist, so man denn an einer guten Laufruhe und kalten Lagern interessiert ist...
Voraussichtlich im 2. Quartal 2021 wird es also dann im DLW weiter gehen. Alle Komponenten sind weitgehend schon anbaufertig oder zumindest schon weit angearbeitet. Je nach vorhandenen Kapazitäten könnte die Lok im günstigsten Fall im Herbst 2021 einsatzbereit sein.
Ob eine Inbetriebnahme unter Corona-Bedingungen in 2021 überhaupt noch Sinn macht, wird die Zeit zeigen. Ich rechne mit ersten Einsätzen ab der Museumsbahnsaison 2022.

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