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Wie im Blog-Beitrag zum 5. Nördlinger Eisenbahnfest bereits angekündigt wurde, gab es parallel zur Fahrzeugausstellung im Museumsbahnbetriebswerk zusätzlich eine viel beachtete Sonderausstellung im Bahnhof Nördlingen zum Thema "Elektrische Vollbahn-Lokomotiven aus sechs Jahrzehnten".
Gut einsehbar vom Nördlinger Bahnsteig aus waren Exponate zahlreicher Baureihen und unterschiedlichster Anwendungsbereiche aufgestellt, welche die wichtigsten Schritte in der technischen Evolution der Elektrotraktion bei der Deutschen Reichsbahn und Bundesbahn anschaulich dargestellt haben. Angefangen vom Einphasen-Reihenschlussmotor in Kombination mit stangengekuppelten Achsen mit Blindwelle und Schrägstangenantrieb (163 002 für den Rangierdienst) führte die Ausstellung zum Antrieb mittels Tatzlagern für leichte (169 005), mittlere (E44 1170) und schwere Zugdienste (194 192). Es folgten der Gummiringfeder-Antrieb der DB-Einheitslokomotiven unterschiedlicher Leistungsklassen (als Beispiel 151 073) mit der Fortentwicklung zum Gummiring Kardanantrieb (103 136 Serie "Schnellfahrlokomotive"; ausgestellt im Museumsbereich) bis hin zum modernen Hohlwellen-Kardan Einzelachsantrieb mit Drehstrom-Asynchronmotoren (120 145). Es waren somit die wichtigsten Entwicklungsschritte mit markanten Beispielen in der Präsentation vertreten. Der zeitliche Bogen spannte sich dabei über sechs Jahrzehnte - von 1930 (169 005) bis 1988 (120 145).
Möglich wurde diese einmalige Fülle an unterschiedlichen Fahrzeugen durch die beiden Gastloks E44 1170 (DB-Museum, Leihgabe an IG 3-Seenbahn e.V.) und 169 005 (Bayerischer Localbahn Verein e.V.), welche die Nördlinger Sammlung am Himmelfahrtswochenende entsprechend bereicherten. Zusätzlich hatten kurz vorher die drei durch die BayernBahn GmbH erworbenen Vertreter der Drehstrom-Baureihe 120 ihre neue Heimat erreicht. Eine davon, die 120 145, erhielt sprichwörtlich in letzter Minute vor dem Veranstaltungsbeginn eine Neulackierung im attraktiven orientrot, so wie die Lokomotive seinerzeit werksfrisch ausgeliefert wurde.
Wie immer in Nördlingen lag bei dieser Ausstellung ein besonderer Fokus auf dem Betrieb, d.h. es wurden fast alle genannten Lokomotiven mit dem Bügel an der Fahrleitung präsentiert. Eine besondere Premiere erlebte dabei E44 1170, deren Betreuer von der IG 3-Seenbahn im Vorfeld intensiv darauf hingearbeitet hatten, um am Abend des 13. Maierstmals seit der Abstellung vor 30 Jahren den Stromabnehmer wieder anzuheben und damit der Lok zu einem neuem Leben zu verhelfen. Die anschließenden Tests der Hilfsbetriebe sowie der Fahrmotoren verliefen zur vollsten Zufriedenheit des Werkstattteams.
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