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In einem unachtsamen Moment rutschte das Gerät aus der Hand und purzelte sich munter überschlagend den Bahndamm hinunter. Noch im ausrollenden Fallen entfernte sich der Sonderzug aber zusehends aus dem Blickbereich …
Was für eine Katastrophe! Man stelle sich vor: Alles, wirklich alles, was während einer Reise von Bedeutung ist, war auf einen Schlag weg. Keine Kommunikation mit niemandem mehr möglich, der Ausweis, der Führerschein, die Kreditkarten, das Flugticket, die Kontakte zu Mietwagen, Hotel und und und, alles weg!
Durch die großen Zufälle des Lebens waren im Abteil die beiden BEM-Aktiven Christian und Peter zugegen. Mit Peter entwickelten sich schon vorher angeregte Unterhaltungen während der Reise, Christian, seines Zeichens Heizer der 01 180 auf der Hinfahrt, hatte sich seinem Vater angeschlossen, um die Bergfahrt der 01 am offenen Fenster zu genießen.
Bis auf ein aufmerksames Merken des Mißgeschick-Ortes, was natürlich bei einem streckenkundigen Triebfahrzeugführer fast schon „die halbe Miete" bedeuten kann, war nun erst einmal am Drama nichts zu ändern.
Nach einigen Kilometern Fahrtstrecke gab es im Bahnhof Günzach den vorher festgelegten Wasserhalt. Hier versorgt die örtliche Freiwillige Feuerwehr traditionell die Dampflok aus Nördlingen mit Wasser. Zwar war es von vorneherein völlig aussichtslos, den Wasserhalt in irgendeiner Weise für eine entfernte Handy-Suche zu nutzen, dennoch sollte dieser Halt im weiteren Verlaufe des Dramas noch eine wichtige Rolle spielen.
Weil die amerikanische Gattin tagsüber in Nördlingen geblieben war, konnte der Unglücksrabe zur nächtlichen Ankunft am Bahnhof zumindest in familiäre Hände übergeben werden. Man verabredete sich am nächsten Morgen im Museums-BW, um dann zu klären, ob und in welcher Weise überhaupt eine Hilfe möglich wäre.
Beim Wasserhalt in Günzach konnte eine der Feuerwehr gegenüber bestehende Verbindlichkeit nicht eingelöst werden. Man verabredete an Ort und Stelle einvernehmlich, dass dies per Kurier am folgenden Tag erfolgen wird. Nun wurde beim BEM ein „Freiwilliger" für diesen Dienst gesucht und Christian, dessen Wohnort Kaufbeuren am nächsten an Günzach dran ist, dafür ausgeguckt. So kam also am 2. Mai morgens von Nördlingen aus eine Allgäu-Reisegruppe zustande, die aus Christian, seinem Vater Peter und dem amerikanischen Pechvogel bestand. Selbstverständlich herrschte bei allen Beteiligten große Skepsis über die Erfolgsaussichten einer Handy-Suche im Gelände.
Nach dem Zwischenstopp bei der Freiwilligen Feuerwehr Günzach ging es sodann weiter an die gemerkte Stelle. Eine kleine Unterstützung spielte dabei noch eine kurz nach dem Fall eingeleitete, dann aber nicht mehr funktionierende Geräteortung.
Nach ca. zwei Stunden Suche im Gelände, bei der wiederum das jahrzehntelange eisenbahnerische Gespür beider BEM-Mitglieder gewiss eine entscheidende Rolle gespielt hat, wurde das Handy und die Power-Bank, die noch weiter weggeflogen war, schließlich gefunden. Der Amerikaner war nun überglücklich: Er hatte sich dann auch im Moment und unter diesen Eindrücken ins Allgäu … und ins BEM verliebt! Er wollte anschließend dort spontan einige Tage auf seiner Reise verbringen, um dann über das folgende verlängerte Himmelfahrtswochenende zusammen mit dem Sohn sich vier Tage lang im Eisenbahnmuseum Nördlingen aufzuhalten.
Zurück ins Allgäu: Christian brachte die Suchgemeinschaft zum Bahnhof, er war anschließend ‚pünktlich' zum Kaffeetrinken zu Hause in Kaufbeuren.
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